
Wer meinen Text zum weltweiten Tag der trans*Sichtbarkeit gelesen hat, weiß: Ich bin trans.
Ich nutze meinen Spitznamen bei anderen. Auf meinem Ausweis steht aber noch der "richtige" Name. Ich habe meinen Ausweis also noch nicht angepasst.
Deshalb steht mein "richtiger" Name überall. Auf Briefen, Urkunden, Zeugnissen und so weiter. Das nervt. Denn dieser Name passt nicht zu mir.
Darum stelle ich mich immer als "Ari" vor. Wenn ich gefragt werde „warum?“, sage ich:,,Weil mir das besser gefällt.“.
Nun hat diese Erklärung vor kurzem nicht gereicht.
"Ich darf eure Spitznamen nicht benutzen. Ich muss eure richtigen Namen nutzen.“
Also musste ich sagen: "Ari ist mein richtiger Name."
Doch mein Ausweis sagt etwas anderes. Das könnte ich ändern.
Aber dann müsste ich mich immer überall als trans erkennbar machen. Meine Ausweise, Zeugnisse, Urkunden und vieles mehr müssten neu gemacht werden.
Wie ihr euch vorstellen könnt: Das ist stressig. Und ziemlich viel Arbeit.
Das alles nervt mich. Ich hasse es mich immer erklären zu müssen.
Warum reichen meine Worte denn nicht? Warum glaubt man lieber meinem Ausweis? Ich gebe mich doch nicht als wer ganz anderes aus. Ich tue nicht so, als sei ich der Bundeskanzler. Wobei das cool wäre.
Ich habe Angst. Angst vor Menschen, die andere hassen. Und vor dem was dann passiert. Vor allem, wenn sie an der Macht sind.
Das müssen wir verhindern. Gemeinsam.

