T 4-Workshop

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01. Oktober 2026Katzenauge
Auf dem Foto sieht man mehrere Menschen im Freien von hinten. Sie schauen alle auf einen Info-Tisch. Vorne an dem Info-Tisch ist eine blaue Glasplatte. Der Info-Tisch steht am T-4-Denkmal in Berlin.

Im August war ich bei der Ausstellung Ansichtssache.

Das war eine Ausstellung der inklusiven Kunstgruppe der Berliner Lebenshilfe. Dort habe ich an einer Arbeitsgruppe teilgenommen. Es ging um das Thema T4. T4 ist eine Abkürzung für Tiergartenstraße 4. Das war das Erste, was ich an dem Tag gelernt habe.

In der Tiergartenstraße in Berlin gab es ab 1940 eine Behörde von den Nazis. Von dort aus planten sie die Ermordung von Menschen mit Beeinträchtigung und Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Schon 1939 hat Adolf Hitler einen Brief geschrieben, der Ärzten erlaubt hat, unheilbar kranke Menschen zu töten. Ärzte durften selbst entscheiden, welcher Mensch stirbt und welcher nicht. Von der Behörde der Tiergartenstraße wurde ein Fragebogen in die Einrichtungen geschickt, in denen beeinträchtigte und kranke Menschen lebten. Die Leiter der Einrichtungen und das Pflegepersonal mussten den Fragebogen ausfüllen. In den Meldebögen musste beantwortet werden, was für eine Krankheit die Person hat und ob sie arbeiten gehen kann.

Die Gutachter in der Behörde entschieden über Leben und Tod, ohne die Menschen vorher überhaupt gesehen zu haben.

Bis 1941 wurden so bis zu 70.000 Menschen zum Tode verurteilt.

1941 wurde die „Aktion T4“ offiziell beendet, weil Eltern der Betroffenen, Kirchen-Vertreter und Mitarbeiter in Pflegeheimen dagegen protestiert haben.

Erwachsene Menschen mit Beeinträchtigung wurden nun nicht mehr abgeholt und vergast. Sie wurden in den Heimen getötet. Kinder mit einer Beeinträchtigung wurden weiterhin vergast. Bis Kriegsende waren es 200.000 Opfer.

Nach dem Workshop musste ich zu Hause erst einmal mit meinen Betreuern sprechen, um das Thema zu verarbeiten. Ich finde es grausam, was Menschen anderen Menschen antun, nur weil sie eine Beeinträchtigung haben oder krank sind. Wenn ich zu der Zeit damals gelebt hätte, wäre mir vielleicht auch Schlimmes passiert.

Ich finde solche Veranstaltungen sehr wichtig, weil sie Gewalt sichtbar machen und aufklären. Wir sollten aus der Vergangenheit lernen, denn Erinnern bedeutet Widerstand. Menschenverachtende Politik darf man heute nicht mehr akzeptieren!

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